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GESUNDHEIT
Gewitter im Kopf

Wangen - Junge Epilepsiepatienten finden seit diesem Frühjahr in der Kinderepilepsieambulanz der Fachkliniken Wangen kompetente Unterstützung.

Dr. Bernd Kruse wurde als erfahrener Kinderarzt mit dem Schwerpunkt Neuropädiatrie und Epileptologie an die Fachkliniken geholt, freut sich Krankenhausdirektor Hans-Jürgen Wolf. „Damit verbessert sich die Möglichkeit für Kinder und Jugendliche mit Epilepsie, im Allgäu wohnortnah und zeitgemäß behandelt zu werden.“ Dabei profitiere die Kinderepilepsieambulanz vom interdisziplinären Zusammenspiel mit dem Epilepsiezentrum Bodensee, zu dem sie gehört, wie von der Wangener Traditionsklinik. Die nächsten größeren pädiatrischen Epilepsiezentren sind mindestens 200 Kilometer entfernt.


Weg über Bethel

Der gebürtige Hildesheimer Bernd Kruse (47) betreute als Oberarzt Patienten im Epilepsiezentrum Bielefeld-Bethel. Dort arbeitete er unter anderem in der Epilepsieambulanz. Nach Stationen an den Universitätskliniken Gießen und Hamburg behandelt Dr. Bernd Kruse seit Herbst Kinder-Epilepsiepatienten an den Fachkliniken Wangen.


Chronische Erkrankung

Epilepsie ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen. Sie beginnt oft in den ersten zwei Lebensjahren, manchmal auch später. „Immer noch haftet den Patienten der Ruch einer Geisteskrankheit an“, weiß der Kinderarzt. „Viele Menschen haben gegen das Anfallsleiden Vorbehalte oder fürchten sich vor vermeintlicher Ansteckung – und Kinder mit Epilepsie werden besonders schnell ausgegrenzt.“ Dafür gibt es keinen Grund: Epilepsie ist, vereinfacht gesagt, eine Krankheit, bei der die Nervenzellen im Gehirn zeitweise nicht richtig miteinander kommunizieren. Wird sie erkannt, kann sie meistens gut und ohne wesentliche Einschränkungen für das Leben behandelt werden, betont Kruse. Hier spielt die Epilepsieambulanz Wangen eine wichtige Rolle. „Wenn Patienten nach einer Diagnosestellung zu uns kommen, prüfen und verfeinern wir diese gegebenenfalls“, erläutert Dr. Bernd Kruse.


Fettreiche Diät

Neben der Optimierung der medikamentösen Therapie ist die fettreiche Ketogene Diät eine Alternative. Über eine veränderte Nahrungszusammensetzung wird der Stoffwechsel des Patienten beeinflusst. Die Gesamtkalorienzahl verändert sich nicht, zwei Drittel der Nahrung bestehen dann jedoch aus Fetten. Eine andere Therapiemöglichkeit besteht in der Einsetzung eines Schrittmachers für den so genannten Vagusnerv. Bei manchen Patienten fällt auch die Entscheidung zu Gunsten eines epilepsiechirurgischen Eingriffs. „Wesentlich ist für uns in der Kinderepilepsieambulanz Wangen, dass wir unsere kleinen Patienten und ihre Eltern unterstützen, mit der Krankheit umgehen zu lernen.“

Kinderepilepsieambulanz Wangen: T 07522/ 7971171,

Neurologische Klinik: T 07522/ 7971218


Artikel aus: "Südkurier", Ausgabe RV/FN, vom 7.5.2010.





[ 29.06.2010 ]
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