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SPD DISKUTIERT MIT BÜRGERMEISTER UND EXPERTEN Des Kandidaten einfache Erklärung: "Mir gefällt"s hier"

Bad Wurzach - Wirtschaft, Natur, Soziales -- was erwarten die Bad Wurzacher in Zukunft für eine lebens- und liebenswerte Stadt? Diese Frage hat der SPD-Ortsverein am Donnerstagabend mit Bürgermeisterkandidat Roland Bürkle und Vertretern aus Wirtschaft, Naturschutzverband und sozialen Institutionen diskutiert. Kontroversen blieben dabei allerdings aus.
Eine Diskussion mit dem oder den Bürgermeisterkandidaten hatte die SPD angekündigt; bislang ist einer bekannt: der amtierende Bürgermeister Roland Bürkle. Warum er nicht als Oberbürgermeister in Ravensburg kandidiert habe, klopfte SPD-Kreisvorsitzender und Moderator des Abends, Otto Ziegler, ab. „Mir gefällt’s hier“, lautete Bürkles einfache Erklärung. Dass es bisher nicht mehr Kandidaten gibt (Bewerbungsschluss ist am 26. April), erkläre er sich damit, dass er auch bei Konflikten versuche, mit allen im Gespräch zu bleiben. „Vielleicht gibt es deswegen keine Gruppe, die mit Schaum vor dem Mund einen Gegenkandidaten sucht“, fügte er an.
Was die Wirtschaft in Bad Wurzach vom Bürgermeister erwartet, fragte der Moderator Udo Glinka, Betriebsratsvorsitzender bei der Saint-Gobain Oberland AG. Der nannte die Sicherung des Standortes und der Arbeitsplätze. Als im Winter der Bau der Wanne 2 gestoppt schien, habe man „erwartet, dass der Bürgermeister dem größten Arbeitgeber in der Stadt hilft, und das hat er getan“, so Glinka.
Ziegler stellte die Frage nach den Erwartungen auch Christopher Franken, kaufmännischer Leiter der Waldburg-Zeil Kliniken. Franken wünschte sich im Interesse seiner 150 Mitarbeiter in der Rehaklinik Kinderbetreuungsplätze, gute Bildungseinrichtungen sowie günstige Rahmenbedingungen, damit auch die Partner seiner Mitarbeiter vor Ort Arbeit finden.
Beim Thema Naturschutz, zu dem die SPD Georg Heine vom Landesnaturschutzverband als Experten eingeladen hatte, erwies sich das Thema OGI als unumgänglich. Heine lobte Wurzacher Ried und Rohrsee als Kronjuwelen, die es unbedingt zu erhalten gelte. Mit dem Standort bei Zwings habe man den Konflikt zwischen Naturschutz und Gewerbeansiedlung als gelöst gesehen, sagte Bürkle. Das sähen die Behörden bekanntermaßen anders. Geschmerzt habe ihn der Vorwurf, die Stadt hätte zwei Millionen Euro in den Sand gesetzt. 1,5 Millionen seien in Grundstücke investiert. Verloren seien allein die 500000 Euro Planungskosten, von denen Bad Wurzach die Hälfte zu tragen habe.
Naturschutzexperte Heine stimmte zu, was den Wert der gekauften Grundstücke angeht, zweifelte jedoch gleichzeitig an, dass man in Bad Wurzach überhaupt große Industrie ansiedeln könne, auch wegen der Konkurrenz zum Schussental und zu Leutkirch und Kißlegg. Dem widersprach Bürkle. Er sieht in den Auspendlern Fachkräfte, die für Unternehmen interessant sein könnten. Zum ewigen Konflikt zwischen Gewerbeansiedlung und Naturschutz stellte er fest: „Wenn man sich auf der einen Seite für Gewerbe einsetzt, muss man ja nicht zwangsläufig auf allen anderen Seiten der größte Stinker sein.“ Er verwies auf den Anteil regenerativer Energien in den Wurzacher Privathaushalten, der bei rund 35 Prozent liege.
Was das soziale Klima in Bad Wurzach betrifft, gab es ein Lob von Heinrich Stauss, dem Vorsitzenden des Stadtseniorenrats. Er habe bislang in vier Städten gelebt und empfinde das Miteinander und die soziale Vernetzung in der Riedstadt als am größten.
Haben über Bad Wurzacher Themen diskutiert (von links): Manfred Döring (SPD Bad Wurzach), Georg Heine (Landesnaturschutzverband), Otto Ziegler (SPD-Kreisvorsitzender), Udo Glinka (Betriebsrat Saint-Gobain Oberland AG), Bürgermeister Roland Bürkle, Heinrich Stauss (Stadtseniorenrat), Christopher Franken (Waldburg-Zeil Kliniken) und Guido Bross (SPD Bad Wurzach). SZ-Foto: Nina Jahnel
Artikel aus: "Schwäbische Zeitung", Ausgabe Leutkirch, vom 24. April 2010. |
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