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GESUND DURCH DEN WINTER: SCHNEE SCHIPPEN Auf die richtige Haltung kommt´s an

Bad Wurzach – Ob pulvrig, pappig oder matschig, der Schnee auf Straßen, Gehwegen und Einfahrten muss weggeschippt werden. Wer fleißig schaufelt, kann leicht Rückenschmerzen bekommen. Dr. Jürgen Siegel und Gudrun Gletter von der Rehabilitationsklinik Bad Wurzach erklären, wie man richtig Schnee schippt und dabei den Rücken schont.
Schneemänner bauen, Schlitten fahren und Ski laufen – der Winter macht vor allem dann Spaß, wenn ordentlich Schnee liegt. Der hat allerdings auch eine Kehrseite, denn Straßen, Gehwege und Zufahrten müssen frei gehalten werden. Das heißt vor allem eins: Schnee schippen. Das kann mitunter den Rücken sehr belasten. Denn dabei kann man – ähnlich wie beim Kisten schleppen – auch einiges falsch machen.
Physiotherapeutin Gudrun Gletter und Dr. Jürgen Siegel, Orthopäde und leitender Oberarzt der Rehabilitationsklinik Bad Wurzach, erklären, wie man es richtig macht. Winterfeste Bekleidung mit schneetauglichem Schuhwerk ist eine Grundvoraussetzung. Und dann kommt es auf die Körperhaltung an: Ausfallschritt, in die Knie gehen und den Rücken immer gerade halten, empfehlen Dr. Siegel und Gudrun Gletter. „Die Kraft beim Schneeschippen sollte aus den Beinen kommen“, sind sich die beiden einig und haben noch einen Tipp parat: „Am besten ist es, die Wirbelsäule gerade zu halten und den Bauch anzuspannen.“ Das hat eine zusätzliche positive Wirkung.
Außerdem: Den Stiel der Schaufel mit den Händen in Hüfthöhe halten. So kann man beim Schaufeln die Hebelwirkung am besten nutzen und benötigt weniger Kraft. Wichtig ist auch die richtige Drehbewegung, wenn man den Schnee zur Seite wegschippt. „Auf keinen Fall sollte man nur den Oberkörper drehen“, warnen der Orthopäde und die Physiotherapeutin. „Der Körper muss im Ganzen zur Seite drehen.“
Was sollte man auf jeden Fall vermeiden? „Durchgestreckte Knie, gebeugte Wirbelsäule und falsche Drehbewegungen sind die größte Fehler“ sagt Dr. Siegel. Wenn man es falsch macht, drohen Muskelverspannungen und Verhärtungen oder gar Funktionsstörungen der Wirbelsäule wie der so genannte Hexenschuss. Ganz die Hände von der Schaufel lassen sollten im Übrigen Herzkranke. Die körperliche Anstrengung in Verbindung mit der Kälte sorgen für eine zusätzliche Belastung mit negativen Folgen.
Gudrun Gletter warnt auch vor zu hohem Gewicht: „Lieber weniger Schnee auf die Schaufel nehmen und dafür länger schippen. Wenn man es richtig macht, ist es dann sogar ein bisschen wie Training an der frischen Luft.“ Wer das Schneeschippen tatsächlich als willkommenes Training sieht, dem rät die Physiotherapeutin, sich vorher aufzuwärmen und ein paar Dehnübungen zu machen. Kleiner Wermutstropfen für Untrainierte: Um einen Muskelkater kommt man leider auch mit der richtigen Haltung nicht drumherum.
Artikel aus: "Schwäbische Zeitung", Ausgabe Leutkirch, vom 14. Januar 2010 |
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