REHABILITATIONSKLINIK BAD WURZACH
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GERÜSTET FÜR EINE ÄLTER WERDENDE GESELLSCHAFT
„Thinktank“ stellt Weichen zum Jahresauftakt

Neutrauchburg - Zu Jahresbeginn traf sich der Wissenschaftliche Beirat der Waldburg-Zeil Kliniken am 14. Januar im Schloss Neutrauchburg. Das renommierte Gremium ist vor einem Jahr gegründet worden.

Sein Ziel ist die wissenschaftliche Begleitung des Klinikverbundes und die schnellere Weiterleitung medizinischer Erkenntnisse bis zum Patienten. „Wir haben uns in diesem Jahr wieder viel vorgenommen“, sagte Dr. Constanze Schaal, die diesen „Thinktank“ für die Waldburg-Zeil Kliniken initiiert hat. “Schon jetzt wollen wir die generationsspezifische Gesundheitsversorgung in einer Gesellschaft des längeren Lebens sicherstellen helfen.“ Dazu gehöre auch die zeitgemäße Gestaltung von Therapien.


Therapien auf veränderte Medikation anpassen

Diesen Gedanken griff Prof. Dr. Hans-Hartmut Peter, Ärztlicher Direktor an der Universität Freiburg, in seinem Impulsreferat auf. Er erläuterte am Beispiel von Rheumakranken, warum die verbesserte medikamentöse Situation unbedingt Veränderungen für Behandlungsansätze chronisch Kranker nach sich ziehen müsse.
Schwerpunkt der turnusmäßigen Beiratssitzung waren die Aussichten für medizinische Rehabilitation in zehn Jahren und die Konsequenzen aus der demographischen Entwicklung in Deutschland.

Prof. Dr. Paul-Jürgen Hülser stellte den interdisziplinären Behandlungsansatz der Rehabilitationsklinik Bad Wurzach vor. Hier arbeiten Orthopäden, Neurologen, Alters- und Rehabilitationsmediziner, Rheumatologen und Internisten mit speziell auf die Bedürfnisse Älterer geschulten Therapeuten und Pflegekräften Hand in Hand.


Neue Konzepte für die alternde Gesellschaft

Hülser erläuterte, dass gerade das Denken über den fachmedizinischen Tellerrand hinaus für die Behandlung älteren Patienten unerlässlich sei, kämen bei diesem doch meist mehrere Erkrankungen oder Ausfallerscheinungen zusammen, die sich oft über einen längeren Zeitraum entwickelt hätten. Hülser belegte in seinem Vortrag, dass ein Austausch medizinischer Fachdisziplinen, die stimulierende Therapie und die aktivierende Pflege dem älteren Patienten Selbstständigkeit zurück gäben oder diese auf dem vorhandenen Niveau stabilisieren könnten. In einer Gesellschaft mit einem höheren Anteil alter Menschen werde die Häufigkeit dementieller Erkrankungen zunehmen, so Hülser. Auch diese Personen benötigen eine Rehabilitation nach akuten Erkrankungen, Operationen oder Unfällen.

Die aktuellen Konzepte zur Behandlung älterer Menschen mit mehreren gleichzeitig bestehenden Erkrankungen (Multimorbidität) werden daher im Hinblick auf die damit verbundenen neuen Herausforderungen weiterentwickelt.

Auch die Weichen für 2011 wurden in der aktuellen Sitzung gestellt. Im Mittelpunkt des kommenden Jahres werden neue Erkenntnisse über das menschliche Immunsystem stehen.


Führende deutsche Kliniken vertreten


Der Wissenschaftliche Beirat der Waldburg-Zeil Kliniken besteht seit 2009. Ziel ist es, mit Hilfe des Rates unabhängiger Mediziner die Entwicklung der Waldburg-Zeil Kliniken zum Nutzen der Patienten voranzutreiben. Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates ist Prof. Dr. Hans-Hartmut Peter. Zwei Drittel des Gremiums bestehen aus externen Vertretern von Universitätskliniken, Krankenhäuern und Fachkliniken. Sie kommen aus führenden deutschen Kliniken aus dem gesamten Bundesgebiet:
  • Prof. Dr. Martin Bohus, Zentralinstitut für seelische Gesundheit, Mannheim
  • Generalarzt Dr. Erika Franke, Sanitätsamt der Bundeswehr München
  • Prof. Dr. Meinrad Gawaz, Universitätsklinik Tübingen
  • Prof. Dr. Günter Niklewski, Klinikum Nürnberg
  • Prof. Dr. med. Heiko Reichel, Universitätsklinik Ulm
  • Prof. Dr. Wolfgang von Scheidt, Klinikum Augsburg
  • Prof. Dr. Ludger Sunder-Plassmann, Krankenhaus München-Bogenhausen
  • Prof. Dr. Kuno Weise, Berufsgenossenschaftliche Klinik Tübingen





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